Gewalt gegen Lehrkräfte wirksam bekämpfen – Schulen brauchen endlich besseren Schutz AfB Niedersachsen fordert entschlossenes Handeln von Politik und Schulträgern
In einem Interview in der Ostfriesen Zeitung vom 17. April 2026 thematisiert der GEW-Landesvorsitzende Stefan Störmer den Zusammenhang zwischen Gewalt in sozialen Medien und zunehmender Gewalt im Klassenraum. Die aktuellen Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik sind alarmierend: 2024 wurden bundesweit 1.283 Fälle vorsätzlicher einfacher Körperverletzung gegen Lehrkräfte registriert – 2015 waren es noch 268.
Für die Arbeitsgemeinschaft für Bildung in Niedersachsen (AfB) ist klar: Dieser massive Anstieg zeigt, dass die bisherigen Schutz- und Präventionsmaßnahmen nicht ausreichen. Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler müssen endlich wirksam geschützt werden. Dafür braucht es mehr Personal, eine bessere schulpsychologische Versorgung und verbindliche Schutzkonzepte an allen Schulen.
Neben dem zunehmenden Einfluss sozialer Medien sieht die AfB weitere Ursachen für die Eskalation: Einen verrohten öffentlichen Diskurs, der Gewalt sprachlich normalisiert, sowie soziale Ungleichheit und Armut, die sich unmittelbar auf das Verhalten junger Menschen auswirken. Schulen dürfen mit diesen gesellschaftlichen Problemen nicht länger allein gelassen werden.
Die AfB Niedersachsen fordert deshalb eine bessere personelle Ausstattung von Schulen, etwa durch eine sozialindexbasierte Ressourcenverteilung nach Hamburger Vorbild. Zudem muss die Ausbildung von Lehrkräften deutlich praxisnäher gestaltet werden, unter anderem durch die Einführung dualer Ausbildungsmodelle.
Gewalt gegen Lehrkräfte, Einsatzkräfte und politisch Engagierte ist kein Randproblem, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Schulen müssen angstfreie Orte bleiben. Jetzt sind Politik und Schulträger gefordert, entschlossen zu handeln – damit Gewalt an Schulen keinen Platz hat.
Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD Niedersachsen
Jutta Liebetruth · Jürgen Köpke
