Mit zahlreichen Hinweisen zum schlechten Zustand unserer Straßen und Radwege aber auch Wünschen nach einer guten kreisweiten Baustellenkoordination in meinem roten Rucksack suchte ich das Gespräch mit der Leiterin des Geschäftsbereichs Verden der Niedersächsichen Landesstraßenbaubehörde (NLStBV) Simone Müller zu künftigen Bau- und Sanierungsprojekten sowie dringend notwendigen Ausbesserungsarbeiten.
Auf meine Nachfrage berichtete Simone Müller, dass die alle fünf Jahre stattfindende grundlegende Zustandserfassung und -bewertung der Landesstraßen und Radwege aus dem Jahr 2025 vorliege. Da diese Messungen jedoch vor dem harten Winter 2025/26 stattfanden, sind die neuen Frostschäden darin noch nicht enthalten. Deshalb schaut die Straßenmeisterei Oyten nun seit Ende der Winterdienstsaison zum 15. April im gesamten Kreis Verden genau hin, wo der Handlungsbedarf am dringendsten ist und erledigt – wie beispielsweise an der Braunschweiger Straße im Ortskern Thedinghausen gerade geschehen – systematisch Ausbesserungsarbeiten. Die schlimmsten Schlaglöcher werden mit sogenanntem Schnellbeton ausgebessert, um die Verkehrssicherheit sofort zu gewährleisten. Weil der Winterdienst offiziell erst Mitte April geendet ist, da bis dahin noch Frostschäden entstehen konnten, kann eine vollständige Bestandsaufnahme erst im Anschluss erfolgen. Die Planungen für die dauerhaften Reparaturen laufen gleichzeitig bereits auf Hochtouren. Dabei ist allen Beteiligten bewusst, dass aufgrund der Fülle an Frostschäden nach diesem harten Winter eine Priorisierung notwendig ist, da nicht alles innerhalb des Jahres 2026 erledigt werden kann. Da momentan auf vielen Ebenen gleichzeitig gebaut wird, sowohl auf kommunalen Straßen sowie auf Landes- und Bundesstraßen, stimmen sich die Ämter hierzu bereits eng ab, um ein Verkehrschaos zu vermeiden. Ziel ist es, die Einschränkungen und Umleitungen für alle Bürgerinnen und Bürger so gering wie irgend möglich zu halten.
In diesem Jahr investieren wir als Land Niedersachsen die Rekordsumme von rund 160 Mio. Euro in unsere Landesstraßen und Radwege. Wir als Land haben unsere Landesmittel erhöht, hinzu kommen Investitionsmittel des Bundes. Klar ist, dass ein Teil der Sanierungsbedürftigkeit unserer Straßen auf unterlassene Sanierungen seit der Jahrtausendwende zurückgehen, als ein ‚schlanker Staat‘ in Mode war. Heute wissen wir, dass das wir einen handlungsfähigen Staat brauchen. Als Mitglied des Haushaltsausschuss, die für den Etat des Wirtschafts- und Verkehrsministeriums zuständig ist, habe ich mich erfolgreich für die massive Aufstockung der Mittel für unsere Landesstraßen und Radwege eingesetzt. Ich bin froh, dass der regionale Geschäftsbereich Verden der Landesstraßenbaubehörde mit seinem engagierten Team alles daran setzt, dass wir nun gemeinsam Schritt für Schritt zu besseren Landesstraßen und Radwegen in unserer Heimat kommen.
Die Leiterin des regionalen Geschäftsbereichs Verden der Landesstraßenbaubehörde Simone Müller machte deutlich: Bei den anstehenden Sanierungen werde Moorstraßen wie der Landesstraße 155 im Bereich Allerdorf – Posthausen Vorrang gegeben, die besonders kostenintensiv und aufwändig wieder instandgesetzt werden müssen, sowie Strecken, auf denen bereits das Tempo gedrosselt werden musste, weil der Straßenzustand so schlecht ist.
Angesichts der Hinweise aus der Bevölkerung, dass bei all den notwendigen Baustellen eine gute Baustellenkoordination unverzichtbar sei, um Stress für alle Beteiligten im Alltag zu vermeiden, zeigte ich mich aufgeschlossen für die aktuellen Planungen der Landesstraßenbaubehörde: Die sehen vor, dass die grundlegende Sanierung der Landesstraße 158 durch Uphusen und Bierden sowie die Erneuerung der Uesener Kreuzung erst umgesetzt werden, nachdem im Bremer Raum voraussichtlich Ende 2027 die Arbeiten an der Weser-Brücke abgeschlossen sein werden. Aber wir sind uns einig, dass nach dem harten Frostwinter in Bierden und Uphusen so schnell wie möglich die schlimmsten Schäden ausgebessert werden. Auch weil noch dazu Autobahnbrücken über die A27 saniert werden, erscheinen zusätzliche Baustellen im Achimer Bereich nicht vertretbar. Durch die Koordination der Baustellen kann dafür gesorgt werden, dass der Verkehrsfluss bestmöglich erhalten bleibt. Klar ist aber auch: Wer will, dass die Straßen besser werden, kommt an Baustellen nicht vorbei..
In Langwedel-Daverden gibt es Fortschritte an der Ampelkreuzung: Auf Hinweis von Bürgermeister Andreas Brandt aus dem Flecken Landwedel hin sprach ich dieses wichtige Thema an. Simone Müller konnte berichten, dass die Landesbehörde bereits an der Anpassung der Schaltung arbeite. Die Ampelschaltung soll flexibler und somit flüssiger befahren werden können. Bisher kommt es gerade zu Hauptverkehrszeiten zum Rückstau in Richtung Autobahn, so dass Ausweichverkehre durch die Wohngebiete entstehen, erläuterte die Landtagsabgeordnete. Ebenfalls auf Anregung des Langwedeler Bürgermeisters hin wird nun geprüft, in wie weit eine Installation von Schutzblinkern an der Daverdener Kreuzung möglich ist, um Fußgänger und Radfahrer besser zu schützen. Ich machte gegenüber der Landesstraßenbaubehörde deutlich, dass ich das aus Gründen der Verkehrssicherheit sehr befürworte.
Ein wichtiges Anliegen bleibt für mich der nötige Radwege-Lückenschluss zwischen Felde und Okel, für den sie sich mit der Bürgerinitiative “Mehr Schulwegsicherheit an Landesstraßen” in Riede-Felde seit langem einsetzt. Die notwendigen Vermessungen sind inzwischen abgeschlossen, berichtete Simone Müller, so dass die konkrete Planung im Jahr 2027 beginnen wird. Um die Samtgemeinde Thedinghausen und die örtliche Initiative von Anfang an einzubinden, habe ich bereits ein gemeinsames Gespräch mit der Landesbehörde Anfang 2027 angeregt.
Auch die L155-Moorstraßensanierung war Thema: Nachdem die Anwohner schriftlich informiert wurden, soll es von Seiten der NLStBV eine Informationsveranstaltung geben, sobald die Baufirma feststeht. Es ist gut, dass die Landesbehörde vor Ort in den Dialog geht. Gleichzeitig brauchen wir eine wirklich grundlege Sanierung der Straße.
