Ein wichtiger Schwerpunkt waren die Jugendmigrationsdienste. Die Mitarbeitenden berichteten, dass die Arbeit immer komplexer werde. Besonders die lange Bearbeitung von Arbeitserlaubnissen für Zugewanderte und fehlende Wohnungen vor Ort würden die Arbeit erschweren. Auch die Schuldnerberatung der Diakonie verzeichnet nach Angaben der Mitarbeitenden einen zunehmenden Andrang. Viele junge Menschen gerieten durch zahlreiche kleine digitale Käufe oder “Buy now, pay later”-Modelle in finanzielle Schwierigkeiten. Die Beratenden betonten, dass eine umfassende soziale Schuldnerberatung zeitintensiv sei, die Finanzierung jedoch oft nur pauschal und unzureichend erfolge.
Thema der Gesprächsrunde war zudem die Lage auf dem Wohnungsmarkt im Heidekreis und im Landkreis Rotenburg. In beiden Landkreisen fehle es an bezahlbarem und sozialem Wohnraum. Preislich angemessene Wohnungen seien häufig in einem schlechten baulichen Zustand. Klingbeil zeigte Verständnis für den Unmut und verwies auf das milliardenschwere Sondervermögen für Wohnraum. Allein für 2025 seien 15 Milliarden Euro für den Bau von Wohnraum vorgesehen, betonte er.
Abschließend wurde die Situation in der Schwangerschaftskonfliktberatung thematisiert. Die Zuwendung des Landes Niedersachsen erfolgt in Form einer Pauschale, während die Kirchenkreise einen erheblichen Eigenanteil aufbringen müssen. Dies sei eine Herausforderung, die sich vor dem Hintergrund rückläufiger Kirchensteuereinnahmen zunehmend verschärft, berichten beide diakonischen Werke. Die Diakonischen Werke kritisierten zudem, dass es im ländlichen Raum zu wenig Praxen gebe, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Medikamentöse Abbrüche würden im Heidekreis derzeit gar nicht angeboten, so eine Teilnehmerin. Die Beratungsstellen schilderten zudem die Unsicherheit vieler Medizinerinnen und Mediziner aufgrund der bestehenden Strafbarkeit. Klingbeil zeigte Verständnis für die Kritik und betonte erneut seine Position: Er befürworte, dass Schwangerschaftsabbrüche nicht strafbar sein sollten, dafür fehle es derzeit jedoch an Mehrheiten. “Ich bin der festen Überzeugung, dass nur eine Frau selbst eine solche Entscheidung treffen darf”, so der Abgeordnete.
Klingbeil dankte den Mitarbeitenden der Diakonischen Werke für ihr Engagement und sagte zu, die angesprochenen Probleme nach Berlin mitzunehmen.
