„Schlaglichter“ aus 75 Jahren Ortsverein 1945 - 1973

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1945: Noch zu Zeiten, als in den Besatzungszonen Parteien verboten sind, treffen sich beherzte Frauen und Männer heimlich in Hinterzimmern, um die Gründung
des SPD-Ortsvereins vorzubereiten. Gründungsmitglieder des Ortsvereins waren: Fritz Bernardy, Friedrich Bösch, Rosa Bösch, Ernst Busch, Jakob Lautner,
Erich Richter, Joachim Schulz u. Hermann Wichmann. 1. Vorsitzender wird Friedrich Bösch.

1948: Die Sozialdemokraten waren die ersten, die im Rat für mehr praktizierte Demokratie und Öffentlich- keitsarbeit eintraten. Folgende Anträge wurden
eingebracht: monatliche Sitzungen, Aushändigung schriftlicher Protokolle, Öffentlichkeit der außerordentlichen Ratssitzungen, Bekanntmachung der Sitzungen
mit Tagesordnung durch Dorfzettel.
Es dauerte allerdings 20 Jahre und länger, bis alle diese Forderungen gegen eine konservative Ratsmehrheit durchgesetzt werden konnten.

1949: Noch gibt es in Sittensen keine gewerkschaftliche Organisation, so veranstaltet die SPD in diesem Jahr die 1. Mai-Feier im Ort.

1952:BHE „Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten“ und VDK „Verein der Kriegsopfer“ gründen Ortsvereine in Sittensen und werden starke
Konkurrenten der Sozialdemokraten: Zwei Sitze müssen sie an den sogenannten „Heimatblock“ abgeben.

1959:Zur Landtagswahl werden erstmals Postwurfsendungen von der SPD an 700 Haushalte versandt. SPD-Ratsmitglieder beantragen in Klein-Sittensen
einen Bürgerentscheid zum Zusammenschluss von Klein-Sittensen mit Groß-Sittensen. Der Antrag kommt durch, 90 % der abgegebenen Stimmen sind für den Zusammenschluss.

1962: Auf der Vorstandssitzung vom 12. März wird beschlossen, um mehr Frauen in der SPD und ihre Mitarbeit zu werben. Die SPD stellt zwei wichtige Anträge:
Veranstaltung von Podiumsdiskussionen „Bürger fragen, Abgeordnete antworten“ und Bau eines Kindergartens.

1966: Ein Antrag der SPD auf Sperrmüllabfuhr wird abgelehnt, ebenso wie der Antrag einen Kindergarten zu bauen. Ratsmitglied Walter Degwerth: „
Mit dem Bau eines Kindergartens und von Altenwohnungen sind wir bei den Bürgern im Wort. Wir bleiben am Ball!“

1969: Im Ortsverein übernehmen erstmals junge Mitglieder Verantwortung.

1973: Auf Antrag der SPD-Fraktion wird im Rat die kostenlose Sperrmüllabfuhr beschlossen.