Antje Pauleweit

Antje Pauleweit

PHOTO-by-SvenTotzek

Kandidatur für die Samtgemeinde und die Gemeinde Sittensen

Wer bin ich?
Was mache ich beruflich, wie lange lebe ich schon im Dorf, Familienstand?

Mein Name ist Antje Pauleweit, ich bin 50 Jahre alt und lebe seit 1994 mit meinem Mann in der Samtgemeinde Sittensen.
Unsere zwei Söhne wurden in Zeven geboren, haben in Sittensen den Kindergarten und die Grundschule besucht und
anschließend in Zeven ihr Abitur gemacht bzw. sind kurz davor.
Ich arbeite als Erzieherin in einer Förderschule mit Jugendlichen mit geistigen und körperlichen Behinderungen in Buchholz in der Nordheide.
An dieser Schule bin ich auch als Deeskalationstrainerin tätig.
In der Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie in Lüneburg führe ich Workshops und Lehrgänge für Schüler, Lehrer,
inklusive und auch ausländische Gruppen durch.
Außerdem unterstütze ich seit 13 Jahren 1x wöchentlich eine junge Frau mit geistiger Behinderung,
indem ich ihr unterstützte Kommunikation am PC anbiete.
Seit 2016 bin ich Mitglied des Rates der Gemeinde Sittensen.

Warum mache ich Kommunalpolitik?
Warum möchte ich wieder für das Amt kandidieren?

Sich für andere einzusetzen liegt in der Natur meines Berufes. Als Erzieherin ist es mein Job, zum Wohle der Kinder und Jugendlichen Bedingungen zu schaffen, unter denen sie gut lernen und sich entwickeln können.
Als Mutter war es mir immer wichtig, über die Abläufe, Konzepte und Beteiligten in den Einrichtungen informiert zu sein und auch an der Optimierung der Situation mitzuwirken. Deshalb habe ich mich von Anfang an in den Elternvertretungen von Kindergarten und Schule sowie im Sportverein engagiert.
Nachdem meine Kinder nun erwachsen sind, war es ein logischer Schritt, mir ein neues Wirkungsfeld zu suchen. Als ich 2016 darauf angesprochen wurde, ob ich nicht Lust hätte in der Kommunalpolitik mitzuwirken, habe ich nur ganz kurz darüber nachdenken müssen.
In den vergangenen Jahren habe ich durch meine Mitwirkung im Gemeinderat viele nette und engagierte Menschen kennen gelernt. Und ich habe vor allem Sittensen erst richtig kennen gelernt. Wenn man wie ich auswärts arbeitet und den größten Teil des Tages nicht im Ort verbringt, besteht schnell die Gefahr, dass der Wohnort nur der „Schlafort“ ist. Inzwischen war ich in den Straßen von Sittensen unterwegs. Ich fühle mich hier heimisch.
Zu Anfang der Wahlperiode war für mich natürlich alles neu, was mit Kommunalpolitik zu tun hatte. Ehrfurchtsvoll verfolgte ich die ersten Ausschusssitzungen und bewunderte das umfangreiche Knowhow der Mitarbeiter der Verwaltung und der erfahrenen Ratsmitglieder.
Ich bin ein Mensch, der gerne durchschaut, wie die Dinge funktionieren - und ich will meinen „Job“ gut machen. Aus diesem Grund nehme ich oft als Gast an Ausschusssitzungen teil, die ich eigentlich gar nicht besuchen müsste. Das hat mir sehr geholfen, Prozesse besser zu verstehen, Entscheidungen guten Gewissens zu treffen. Außerdem fühlte ich mich von meinen Ratskolleg*innen immer gut unterstützt, wenn ich Fragen hatte.
Warum möchte ich weitermachen? - Ich denke, dass ich nun die Abläufe und Vorgehensweisen in der Kommunalpolitik besser verstehe. Der jetzige Rat hat viele neue Projekte auf den Weg gebracht, die ich gerne weiter begleiten möchte. Auch wenn manche Entscheidungen, die wir getroffen haben, auf Widerstand gestoßen sind, habe ich ein gutes Gefühl, dass wir vieles richtig gemacht haben. Deshalb würde ich mich freuen, für weitere fünf Jahre Mitverantwortung für die Weiterentwicklung Sittensens tragen zu dürfen.

Welche Themen bewegen meine Mitmenschen im Dorf momentan?
Was wird im Dorf (möglicherweise kontrovers) diskutiert? Wie positioniere ich mich?

Ganz aktuell bewegt das Thema Corona die Menschen. Die Pandemie hat unser Leben von Grund auf verändert, und allmählich geht den Menschen – und da schließe ich mich ein – der Atem aus. Es wäre schön, sich endlich mal wieder mit Freunden zu treffen, Essen zu gehen oder ein Konzert besuchen zu können. Ich finde es großartig, dass sich die Menschen hier in Sittensen so vorbildlich an die einschränkenden Regeln halten und sich gegenseitig so toll unterstützen.
Sehr kontrovers wird das Thema „Alte Apotheke – Marktplatzgestaltung“ diskutiert. Hier erstaunt und besorgt mich immer wieder die große Emotionalität und das Misstrauen. Bisher wurden noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen. Der Rat hat der Durchführung eines städtebaulichen Studentenwettbewerbes grünes Licht gegeben. Dafür wurden Vorgaben gemacht, die die Wünsche der Bürger berücksichtigen. Ich persönlich erhoffe mir davon eine gute Mischung aus Bausubstanz erhaltenden Maßnahmen und Neubauten. Auch mir gefällt das Gebäude der „Alten Apotheke“ gut. Ich würde es begrüßen, wenn wir eine Möglichkeit zur – zumindest teilweisen – Erhaltung finden könnten. Ich sehe aber auch die große finanzielle Herausforderung, die das bedeuten könnte. Nun bin ich kein Bauexperte und muss mich auf das Urteil von kompetenten Fachleuten verlassen. Wenn die Erhaltung des Gebäudes „Alte Apotheke“ die Finanzen der ohnehin gebeutelten Gemeinde überlastet, kann ich nicht guten Gewissens dafür stimmen. Denn es gibt in den nächsten Jahren noch einige andere „Baustellen“, die wir bearbeiten müssen.
Ein Thema, das mir besonders von jungen Leuten aus Sittensen zugetragen wird, ist das Thema „bezahlbare Mietwohnungen“. Sicher werden gerade große Baugebiete ausgeschrieben, die auch dringend benötigt werden, um Familien die Möglichkeit zu geben, hier in Sittensen zu wohnen. Aber nicht jeder kann es sich leisten, ein Haus zu bauen (und möchte das vielleicht auch gar nicht). Gerade junge Leute, die eventuell ihre Ausbildung eben beendet haben, aber auch Familien mit geringem Einkommen, Singles, Alleinerziehende oder ältere Menschen mit kleiner Rente brauchen meiner Meinung nach ebenso Angebote zum Leben in Sittensen. Hier möchte ich auf jeden Fall ein Augenmerk drauf haben, sollte ich noch einmal in den Gemeinderat gewählt werden. Denn wenn wir junge Leute hier im Ort halten wollen, müssen wir dafür auch die Bedingungen schaffen.

Welche Themen möchte ich in Zukunft auf die Tagesordnung setzen?
Was wird aktuell zu wenig thematisiert?

Ein Herzenswunsch von mir wäre außerdem die Anschaffung eines Spielgerätes, das Menschen mit und ohne Behinderung
gemeinsam nutzen können. Bisher scheiterte dies immer wieder an den notwendigen finanziellen Mitteln.

Meine schönste und schlimmste Erfahrung als Ratsmitglied?

Die schlimmste Erfahrung war der plötzliche Tod unserer Ratsmitglieder Michael Larinck und Gerd Brunkhorst.
Beide standen mitten im Leben, und ihre ganz besonderen Persönlichkeiten fehlen mir sehr.
Schöne Momente waren die persönlichen Gespräche vor und nach den Sitzungen, aber auch die Anerkennung
meines Ehrenamtes durch meine Familie, Freunde und Bekannte.

Was ich noch los werden wollte...

Ich habe in den letzten Jahren vor allem eines gelernt: Von der Idee bis zur Umsetzung von Vorhaben ist es ein langer Weg. Geduld war noch nie meine Stärke, aber ich werde besser darin. Viele Abschnitte dieser langwierigen Prozesse sehen Außenstehende nicht. Es mag manchem befremdlich erscheinen, dass bei Ratssitzungen wichtige Entscheidungen innerhalb einer Minute abgestimmt und „durchgewunken“ werden. Aber wir haben all diese Dinge vorher in den Ausschuss- und Fraktionssitzungen gründlich und auch kontrovers diskutiert. Zuweilen ist es dann verletzend, wenn uns unterstellt wird, wir würden diese Entscheidungen unüberlegt und leichtfertig treffen. Es wäre schön, wenn es uns gelänge, mehr Vertrauen zu gewinnen.

Wenn Sie noch Fragen haben, senden Sie mir bitte eine E-Mail.