Mühlenrad/Sohlgleite Sittensen - und es dreht sich doch

Mühle Sittensen
 

Foto:Th.Kannenberg, Freetz

Und es bewegt sich doch!
Sohlgleite und Mühlenrad

In den letzten Wochen wurde in Sittensen fleißig gebaut, vor allem am Mühlenteich tat sich einiges: Auf Beschluss des Gemeinderates wurde eine Sohlgleite realisiert.

Dieses Vorhaben wurde durchgeführt im Rahmen einer Vereinbarung der Europäischen Union. In einem Vertrag haben sich die Staaten und damit auch die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, Wasserläufe wieder durchgängig zu machen.

Dabei geht es nicht nur um Fische, sondern vor allem um Kleinstlebewesen, für die auch Fischtreppen ein unüberwindliches Hindernis sind. Die Gemeinde Sittensen muss aus eigenen Mitteln für das Vorhaben ca. 40.000 € bezahlen, hinzu kommen die Kosten für die notwendige Erneuerung der Brücke und das Ausbaggern des Mühlenteichs.

Mit der Sohlgleite wurde eine Art Kanal für das Mühlenrad gebaut. Das Rad dreht sich nach diesem Umbau genauso gut wie vorher. Dies war eine Bedingung für die Zustimmung der SPD-Fraktion zum Beschluss zur Sohlgleite im Gemeinderat.

Das Mühlenrad dreht sich so gut, dass teilweise sogar der Wasserdurchfluss gestoppt werden musste, um das Wasserrad nicht zu gefährden.

So viel überschüssige Kraft – doch leider verpufft sie völlig. Wäre man bei der Erneuerung des Mühlenrades im Jahr 2008 den Vorschlägen der SPD gefolgt, wäre das nicht notwendig.

Die sozialdemokratische Gemeinderatsfraktion hatte damals vorgeschlagen, das Rad im Zuge der Renovierung mit einem Generator auszustatten. Die Zusatzkosten wurden in einem Gutachten mit ca. 15.000 € veranschlagt, der jährliche Stromertrag hätte bei etwa 1.700 – 2.000 € gelegen.

Legt man diese Zahlen zugrunde, wären die Zusatzkosten inzwischen größtenteils abbezahlt. Leider scheiterte dieser Vorschlag im Gemeinderat an der CDU-Fraktion und am Bürgermeister.

Der ökologische Gewinn wäre auch nicht unerheblich gewesen: Jede erzeugte Kilowattstunde erspart ca. 1kg CO2, pro Jahr wären das 17 Tonnen gewesen in den letzten 5 Jahren immerhin 85 to.

Vielleicht sollte man doch noch einmal über eine Stromerzeugung durch das Mühlenrad nachdenken!

 
Mühle Sittensen nach Umbau

Foto: A.Flacke, Sittensen