Sonderausgabe zum 75-jährigen Jubiläum

Liebe Leserinnen und Leser dieser besonderen Ausgabe der „roten Eule“,

vor 75 Jahren wurde unser Sittenser Ortsverein gegründet, also noch im gleichen Jahr, als der fürchterliche zweite Weltkrieg endete.
Eines der SPD-Urgesteine, Walter Degwerth, hat eine wunderbare Chronik für uns hinterlassen und verweist darin darauf, dass es konspirativ begonnen hat – auch in Sittensen.

Beherzte Frauen und Männer hätten noch zu Zeiten, als Parteien in den Besatzungszonen verboten waren, die Gründung des Ortsvereins vorbereitet
und am 1.11.1945 war es dann soweit!
Wir freuen uns, dass wir auf eine so lange Zeit der sozialdemokratischen Beteiligung und Mitgestaltung in der Börde zurückschauen können und hätten diesen Anlass
gerne für eine richtig schöne Feier genutzt. Da hat uns leider die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Wir hoffen aber, dass im nächsten Jahr eine nachträgliche Feier möglich sein wird.

Das 75-jährige Jubiläum ist auch eine sehr gute Gelegenheit sich an die immer noch aktuellen für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten geltenden
gemeinsamen Werte zu erinnern: Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit.
Derzeit geht die Schere zwischen Arm und Reich leider immer weiter auseinander, was zeigt, dass es im Bereich Gerechtigkeit immer noch viel zu tun gibt.
Die SPD hat sich hier in den letzten zwanzig Jahren nicht nur mit Ruhm bekleckert.
Sie hat viel Vertrauen verloren, setzt aber jetzt gute Schwerpunkte und kann in Sachen Gerechtigkeit hoffentlich zukünftig wieder besser überzeugen.
Auch die Freiheit und ihre Verteidigung ist ein aktuelleres Thema, als wir uns das wünschen. Da müssen wir alle klare Kante zeigen und unsere Demokratie verteidigen.

Demokratie lebt vom Austausch, der Diskussion und dem Mitgestalten! Das haben die Genossinnen und Genossen seit der Gründung der SPD immer getan.
Aus Anlass des Jubiläums möchten wir allen, die sich in den 75 Jahren auf unterschiedlichste Weise in die Ortsvereinsarbeit und/oder Ratsarbeit der SPD eingebracht haben,
ganz herzlich danken. Ohne sie wäre alles nichts!

Wir freuen uns auf die weitere politische Arbeit
Ihr/Dein Vorstand des Ortsvereins

rote eule 75 jahre vorstand

Ausblick zum 75-jährigen Jubiläum

Auch nach 75 Jahren wird die Ortsvereinsarbeit nicht langweilig.

Die Corona-Pandemie stellt uns derzeit vor ganz neue Herausforderungen.
Unser Jubiläum können wir deshalb derzeit nicht feiern, möchten dies aber gerne im kommenden Jahr nachholen.

Dann wollen wir einen Jubiläumstag gestalten, auf dem es verschiedene Angebote für unsere Gäste geben soll.
Lassen Sie sich überraschen!

In dieser Zeitung haben wir Schlaglichter und einige Zeitungsausschnitte aus dem Ortsvereinsleben der letzten 75 Jahre veröffentlicht.
Davon soll es am Jubiläumstag in Form einer Ausstellung noch einiges mehr geben.

Bei der Durchsicht für die jetzige Zeitung ist uns aufgefallen, dass es doch sehr viele interessante Begebenheiten gab,
die über die Jahre hinweg nicht mehr präsent sind.
Es fällt ebenso auf, dass sich manche Themen und Veranstaltungsideen über die Jahrzehnte wiederholen.

Es lohnt sich also ein genauer Blick auf die geplante Ausstellung. Wir hoffen sehr, dass der geplante Jubiläumstag in 2021 stattfinden kann.

Genauso wichtig ist uns noch der Hinweis auf die Kommunalwahl 2021:

Sie interessieren sich für die Lebensqualität in der Gemeinde, in der Sie wohnen?

Sie wohnen in Groß Meckelsen, Hamersen, Kalbe, Klein Meckelsen, Lengenbostel, Sittensen Tiste, Vierden oder Wohnste?

Oder Sie denken darüber nach, sich im Samtgemeinderat Sittensen einzubringen?

Wenn Sie dann noch der SPD nahestehen, nehmen Sie Kontakt mit uns auf unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen.

Demokratie lebt vom Mitmachen.

Überlassen Sie das Feld nicht denjenigen, die andere Interessen vertreten als die, die Ihnen wichtig sind.

Machen Sie mit !

Herzlichen Gruß und bleiben Sie gesund.

Der Vorstand des SPD-Ortsvereins Sittensen

„Schlaglichter“ aus 75 Jahren Ortsverein 1975 - 1988

1975: Auf Antrag der SPD-Fraktion wird beschlossen, ab dem 1. Januar 1976 öffentliche Fragestunden in den Ratssitzungen einzuführen.

1976: Zum ersten Mal sitzt eine Frau im Gemeinderat: Unsere Genossin Christel Behrens.

1983: Unser Ortsverein veranstaltet eine Unterschriftensammlung gegen den Fluglärm.

1985: Die von Walter Degwerth erstellte Chronik des Ortsvereins ist rechtzeitig zum 40-jährigen Jubiläum des SPD-Ortsvereins fertig
und das Jubiläum wird gebührend im großen Kreis gefeiert.
SPD ruft zu Protesten gegen den Fluglärm auf.

1987: Novum im Gemeinderat: SPD nimmt an Abstimmung zur Spielhalle im Ortskern nicht teil.

1988: Gründung der AsF (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen) im Kreis Rotenburg.
Aus unserem Ortsverein ist Christel Behrens dabei.

rote eule 75 jahre asf

 

„Schlaglichter“ aus 75 Jahren Ortsverein 1945 - 1973

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1945: Noch zu Zeiten, als in den Besatzungszonen Parteien verboten sind, treffen sich beherzte Frauen und Männer heimlich in Hinterzimmern, um die Gründung
des SPD-Ortsvereins vorzubereiten. Gründungsmitglieder des Ortsvereins waren: Fritz Bernardy, Friedrich Bösch, Rosa Bösch, Ernst Busch, Jakob Lautner,
Erich Richter, Joachim Schulz u. Hermann Wichmann. 1. Vorsitzender wird Friedrich Bösch.

1948: Die Sozialdemokraten waren die ersten, die im Rat für mehr praktizierte Demokratie und Öffentlich- keitsarbeit eintraten. Folgende Anträge wurden
eingebracht: monatliche Sitzungen, Aushändigung schriftlicher Protokolle, Öffentlichkeit der außerordentlichen Ratssitzungen, Bekanntmachung der Sitzungen
mit Tagesordnung durch Dorfzettel.
Es dauerte allerdings 20 Jahre und länger, bis alle diese Forderungen gegen eine konservative Ratsmehrheit durchgesetzt werden konnten.

1949: Noch gibt es in Sittensen keine gewerkschaftliche Organisation, so veranstaltet die SPD in diesem Jahr die 1. Mai-Feier im Ort.

1952: BHE „Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten“ und VDK „Verein der Kriegsopfer“ gründen Ortsvereine in Sittensen und werden starke
Konkurrenten der Sozialdemokraten: Zwei Sitze müssen sie an den sogenannten „Heimatblock“ abgeben.

1959: Zur Landtagswahl werden erstmals Postwurfsendungen von der SPD an 700 Haushalte versandt. SPD-Ratsmitglieder beantragen in Klein-Sittensen
einen Bürgerentscheid zum Zusammenschluss von Klein-Sittensen mit Groß-Sittensen. Der Antrag kommt durch, 90 % der abgegebenen Stimmen sind für den Zusammenschluss.

1962: Auf der Vorstandssitzung vom 12. März wird beschlossen, um mehr Frauen in der SPD und ihre Mitarbeit zu werben. Die SPD stellt zwei wichtige Anträge:
Veranstaltung von Podiumsdiskussionen „Bürger fragen, Abgeordnete antworten“ und Bau eines Kindergartens.

1966: Ein Antrag der SPD auf Sperrmüllabfuhr wird abgelehnt, ebenso wie der Antrag einen Kindergarten zu bauen. Ratsmitglied Walter Degwerth: „
Mit dem Bau eines Kindergartens und von Altenwohnungen sind wir bei den Bürgern im Wort. Wir bleiben am Ball!“

1969: Im Ortsverein übernehmen erstmals junge Mitglieder Verantwortung.

1973: Auf Antrag der SPD-Fraktion wird im Rat die kostenlose Sperrmüllabfuhr beschlossen.

„Schlaglichter“ aus 75 Jahren Ortsverein 1990 - 1993

1990: Die Sittenser SPD unterstützt durch mehrmalige Fahrt nach Brieseland im Bezirk Potsdam nach Öffnung der Mauer die dortigen Genoss*innen.
SPD stellt Antrag einstweilige Anordnung gegen Tiefflüge anzustreben, am Ende steht der Beschluss, Klage vor dem Internationalen Gerichtshof
in Den Haag einzureichen.

1991: Sensation in Sittensen: Trotz Mehrheit der CDU mit 9 Sitzen zu 6 Sitzen für die SPD wird der
SPD-Ortsvereinsvorsitzende Heinz-Hermann Evers neuer Sittenser Bürgermeister per Losentscheid.
Klaus Huhn fordert Krippenplätze für Sittensen, die Dioxinbelastung in Sittensen wird bekannt, dioxinbelastete Schlacke wird entfernt.

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  Zevener Zeitung 06.11.1991

1992: SPD fordert gymnasiales Angebot bis einschließlich Klasse 10.

1993: Die Tannenbaumeinsammelaktion findet erstmalig statt.
Sittenser SPD fordert Einführung doppelter Staatsbürgerschaften.